Sätze, die die Welt nicht braucht (8)

Billigflieger killen Dich Nachdem taz-Cherfredakteurin Bascha Mika sich schon vor einiger Zeit im „Presseclub“ über Kritiker von Inlandsflügen als „Leuchttürme der Sittlichkeit in unserer Gesellschaft“ mokierte, brachte Edith Kresta am 16.9.03 in der taz eine neue Stufe dialektisch-ausgereifter Analyse der Billigflug-Problematik:

„Selbst wer auf sein ökologisches Gewissen hält und sich auf der Schiene bewegt, muss sich mittlerweile ein bisschen borniert vorkommen, wenn sogar inländische Ziele für die Hälfte des Geldes in der Hälfte der Zeit erreicht werden können.“
Wie wäre es demnächst mit: „Kinder- und Sklavenarbeit: Selbst wer auf sein politisches Bewußtsein hält und sich für menschliche Verhältnisse interessiert, muss sich mittlerweile ein bisschen borniert vorkommen, wenn Produkte anderer Firmen (Kaffee, Kleidung) für die Hälfte des Preises gekauft werden können.“

Nein, ich komme mir nicht borniert vor. Eher verzweifelt, wenn ich in meinem Umfeld sehe, wie Leute jedes ökologische Bewußtsein ausblenden und (nicht nur) mit Billigfliegern durch die Gegend heizen (sic). Auch Kresta scheint der Devise des „Sich waschen aber nicht nassmachen“ folgen zu wollen. Viel Spaß dabei…

Moderne PR-Zeiten

Ein Brüller aus der Abt. PR-Strategie:
„Vielen Dank für Ihr Feedback. Der Rücklauf hat uns gezeigt, dass Probleme mit dem Ausfüllen und Speichern des PDF-Dokumentes aufgetaucht sind. Offenbar ist die Acrobat Vollversion nicht so weit verbreitet, wie wir angenommen hatten. Daher senden wir Ihnen den Fragebogen erneut zu. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie sich auch ‚offline‘ die Zeit nehmen, den Fragebogen ausdrucken, ausfüllen und per Fax xxxx -xxxxxx zurücksenden.
Entschuldigen Sie bitte etwaige Unannehmlichkeiten für Sie.“

Schon erstaunlich, gell. Warum haben die alle keine Acrobat Vollversion, wenn wir die haben??? Und das ist kein Fragebogen, den wir ausfüllen möchten, sondern einer, den die PR-Abteilung ungefragt schickt, um ihre Presse-Kommunikation zu verbessern…

Noch ein Grund, weniger TV zu glotzen

Das neue grauenhaft ARD-LogoDas neue Das Erste-Logo

Ogottogottogottogott!

Was hatt denn da die Dieseiner von DMC geritten??? Oder habe ich einen Trend verpennt? Werden Logos jetzt piefig? Was ist denn das für ne Typo??? Naja, bleibt die Kiste aus und ich hab halt mehr Zeit zum Lesen 🙂 Daß die ARD das allerdings als tolles neues Branding verkauft, wundert mich nicht.

Rettet unserer Jugend ihre Träume

Heute morgen dachte ich noch, daß der Nord-Magazin-Beitrag über Karen E. nicht vom BW-Pressestab initiiert war. Inzwischen bin ich mir da gar nicht mehr sicher. Nicht nur die Tagesschau berichtet von Absichten, nicht mehr so viele von den Kisten zu kaufen – mehr hier. Oder ob gar die Produzenten des Eurofighters (Stückpreis 50 Millionen Euro) dahinter stecken? Nach dem Motto „Laßt unsere Jugend nicht im Stich“. Rätsel über Rätsel…

Sätze, die die Welt nicht braucht (7)

Logo Jugendtreff der BWDie 21jährige Karen E. aus W. war schon immer anders als andere Girls. In ihrem Jugendzimmer schmückte kein Pferd die Wand, sondern ein Poster mit einer Mig 21. Und Karen hat sich jetzt aufgemacht, als eine der ersten Frauen in der deutschen Bundeswehr den Eurofighter (call me Milliardengrab) zu fliegen.

Denn im Gegensatz „zum zivilen Bereich fliegt man nicht nur Leute von A nach B, sondern hat nebenbei auch noch eine Aufgabe“.

Diesen interessanten, hochgradig reflektierten Beitrag („nebenbei eine Aufgabe“!) verdanken wir nicht etwa dem „Treff Bundeswehr„. Vielmehr hat Sven S., seines Zeichens tollkühner Reporter beim Nord-Magazin des NDR(*) diese erstaunlichen Erkenntnisse ans Licht der Welt gebracht. Und zeigt, daß die Jugend nicht gar so schlecht ist. Sondern noch Aufgaben für nebenbei sucht.

(*) hier die PDF-Datei zur Sendung

ZDF – Anzeige wegen Volksverhetzung?

Chavez - Der Film Vor langer Zeit hieß der § 130 StGB „Anreizung zum Klassenkampf“ und wurde gegen umtriebige Arbeiter angewandt. Die gestrige ZDF-Ausstrahlung von „Hugo Chavez – Ein Staatstreich von innen“ (hier die Page zum Film) lieferte reichlich Argumente für einen Kampf gegen die besitzende Klasse.

Minutiös, aber unaufgeregt, zeigte der Film, wie eine Clique von Unternehmern, Gewerkschaftern und den anderen üblichen Verdächtigen mittels Medienmanipulation einen Staatstreich durchziehen wollte, um zu verhindern, daß die restlichen 80% des venezuelanischen Volkes auch was vom Gewinn der schon immer staatlichen Ölgesellschaft abbekommen. Venezuela ist immerhin der 4.größte Ölexporteur(*) – und unsere Freunde in den U.S.A. wurden auch reichlich nervös, als Chavez gewählt wurde.
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du kaufen!

du CoverZwischendurch ein dringender Hinweis an alle Zeitschriften-Fetischisten: Das neue „du“ ist sofort zu erwerben und dann zu bestaunen. Hochgradig liebevoll-originelles Layout, mit prima Beiträgen. Mehr ist dazu nicht zu sagen…

(Für Ihre Notizen)