Glücklich. Wer noch richtige Buchhändlerin, einen richtigen Buchhändler kennt.
Nicht ganz.
David Hugendick kommentiert in der ZEIT den Deutschen Buchpreis. Weniger das Ergebnis als die Veranstaltung an sich. Weitgehend zustimmend, möchte ich doch anmerken:
Der Turm ist ein Roman, den selbst weniger ambitionierte Buchkäufer frohgemut zur Kasse tragen und den Buchhändlerinnen sofort empfehlen können.
Bitte streichen Sie „selbst“ und ersetzen Sie durch „nur“.
Fast versöhnt.
Fast versöhnt mich das Fazit Harald Martensteins zum Fernsehen und zu MRRs „Affront“ mit eben diesem HM, wenn er im Tagesspiegel und in der ZEIT schreibt:
Ein Fernsehen, das sich so präsentiert, als sei es nicht statthaft, über Kitsch und über Kalauer hinauszudenken, schafft sich als kulturelle Institution selber ab. Es wird zu einer Zeittotschlagsmaschine für die Ungebildeten, die anderen wandern ins Internet ab. Dort gibt es alles.
Seine Kolumnen werde ich wohl trotzdem nicht lesen.
Doch.
Doch. Es geht. Immer noch schlimmer. Da konnte man beim Bachmann-Bewerb die „Gesprächspausen“ mit GS als humanitäre Pause zu menschlichen, allzu menschlichen Gängen nutzen. Und nun muß man dank der mutterierenden EH 3sat zur Buchmesse gar nicht mehr einschalten.
Wie schön, daß Bücher auch ohne TV gelesen werden können.
Neulich in Absurdistan – LitKrit:tins
Daß Felix Philipp Ingold in der aktuellen VOLLTEXT-Ausgabe 5/2008 die gegenwärtige Literaturkritik als schlechtere Werbe- und Heißluftmaschine zeigt, hat vieles für sich. Und bestätigt eigene Beobachtungen.
Unglaublich, daß die Süddeutsche Zeitung am 18.09.2008 einen entnervten Burkhard Müller gegen Dietmar Daths Roman „Die Abschaffung der Arten“ pöbeln läßt – welchen Wert kann eine solche Rezension haben, wenn sie von jemanden geschrieben wurde, der dem Fantasy-Genre ohnehin nicht besonders hold sei? Welchen Erkenntnisgewinn soll das die Zeitung zahlende Publikum davon haben. Und wieso gibt Müller das Buch nicht nach den ersten, ihn schon quälenden Seiten ab? An eine Rezensentin oder einen Rezensenten, der etwas mehr Sachverstand hat?
Dazu paßt dann auch, daß ein weiteres Hochprodukt der erlesenen Feinen-Literaturwaren-Welt mit dem Urteil eines Dirk Schümers über Arno Schmidt aufwartet (- ja, die Aufwarte-Frauen mit ihrem Hang zu schlichter Sauberkeit…): „Soll man den sich in Unlesbarkeit verzettelnden Einzelgänger Arno Schmidt, den außerhalb der Lüneburger Heide niemand kapiert, ernsthaft mitrechnen?“. Nämlich zur deutschen Nachkriegsliteratur. Daß Schümer sich mit dem vermeintlich unverständigen Lesepublikum gemein machen möchte, damit ihn auch mal jemand mag – gut; aber daß so ein Geseichte auch noch abgedruckt wird, zeigt deutlich, daß das Fäultong mehr als überflüssig ist. Da genügt mir dann meine sachverständige Interpretation der Werbe- und Klappentexte, um die Finger von den falschen Büchern zu lassen.
KR über open access
Heute 21h, KüchenRadio live, Thema: Open Access, zwei Verleger zu Gast. Streaming hier. Und wahrscheinlich ab morgen auf der KR-Seite zum Nachhören. Die Ankündigung:
Was Netlabels in der Musik sind Open Access Verlage in der Wissenschaft. Katja Mruck und Guenter Mey geben die international größte sozialwissenschaftliche Open Access Zeitschrift heraus: Forum Qualitative Sozialforschung (http://www.qualitative-res earch.net/)
Service
t-online: „Störungsstelle“ ist die Stelle, bei der der Kunde stört.
Ein Kaffee für den Präsidenten
Möge es, wo immer Kurt Weinzierl sei, funktionierende Kaffeeautomaten geben.
nihil nisi dingsbums
Aufgrund der groeseren Anzahl an pietaettlosen Postings sieht sich derStandard.at gezwungen, zu diesem Thema ausnahmsweise kein Forum einzurichten.
Nicht so gut
Nicht so gut: Rezensionen, die in jedem Absatz mit mindestens einem Rufzeichen den Texten zu nahe kommen.
Honig!
Sehe eben mit Begeisterung, dass der Verbrecher Verlag eine Neuausgabe von Dietmar Daths „Für immer in Honig“ ankündigt (978-3-940426-02-4). Diesmal entgeht er mir nicht – gerade beim Buchhändler meines Vertrauens bestellt.
Achtung, Kalauer!
Kann es Zufall sein, daß der Erfinder des Geiger-Zählers am selben Tag wie David Oistrach Geburtstag hat?!?
(aua)

