Schade

Leute, die einem mit großen Augen vorrechnen, was man für seine konsumierten Tabakwaren alles kaufen oder wieviel man sparen könnte, wenn man das Geld nicht sinnlos verfeuern würde.
Schade, daß Sex keine (großartigen) Kosten verursacht. Würde einem die Fortpflanzung dieser Leute ersparen.

November und die Buecher

Ob es am heute beginnenden November liegt, was mir so vor die Augen kommt?Gestern noch in Paveses „Handwerk des Lebens“ gelesen, heute beim Durchstreifen der Notizen eine Stelle aus den vor einem Jahr empfohlenen Endo Anacondas „Sofareisen“ gefunden:

Knarren zum Christfest
Während sich der Novembernebel gnädig in die Gasse zwischen mir und dem benachbarten Verwaltungsgebäude schob, studierte ich den Weihnachtswunschzettel der lieben Kleinen. Faul und melancholisch, wie jedes Jahr im November. Jetzt kommt die Zeit, wo jeder gottfroh sein kann, der ein Steckenpferd hat, um über den Winter zu kommen. Ich selber konnte mich leider nie begeistern, obwohl mich Mama immer wieder erfolglos dazu ermunterte. „Such dir doch ein Hobby“, lautete der oft gehörte Ratschlag. Sie ahnte ja nicht, daß ich mich damals höchstens für Sex interessierte. Aus lauter Langeweile fing ich sogar an zu rauchen. Witzigerweise Lungentorpedos der österreichischen Marke Hobby.

Lesen lohnt sich. Und das Buch ist auch schon auf den Remitendentischen diese Kulturnation gesichtet worden.

Ich bin von Kopf bis Fuß

Ein Hit von Hildegard Knef, nicht wahr? Jedenfalls meint das Rudolf Walther in der heutigen FR:

Der Spiegel-Redakteur Gabor Steingart ist, um es in Anlehnung an einen Schlager von Hildegard Knef zu sagen, von Kopf bis Fuß auf Panikmache und Untergangsbeschwörung eingestellt.

Genau. Und „Mama, Du mußt doch nicht ums Feuilleton weinen“ ist von DJ Oetzi.
Mannomannomann…

Unterschichtenmoderation

Henry Vogt und Mathias Arians, die leider alle Champions-League-Spiele des SV Werder für Radio Bremen kommentieren, sollte man mal ihre Moderationen transkribieren lassen. Wenn ihnen dabei nicht übel wird, ist wohl nichts mehr zu retten. Besonders Mathias Arians dürfte wohl beim heutigen taz-Test „In welcher Schicht lebe ich eigentlich?“ (A) ankreuzen:

Sie sprechen eine Mischsprache aus Deutsch mit nichtdeutsch geprägter Verkürzungsgrammatik, denn hey Alter, brauchst du nicht Goethe, versteht man alles auch so. (A).

Äpfel. Birnen. Und kein Gefühl dazwischen.

Der Volkswirt und Soziologe, Professor und Forschungsorganisator an der Universität Flensburg Gerd Grözinger hat einen interessanten Vergleich in einem taz-Artikel gebracht:

Auf mindestens 3.300 Toten schätzt sic! das deutsche Krebsforschungszentrum die Zahl der jährlichen Opfer in Deutschland – das ist noch einiges mehr als etwa der Anschlag auf das World Trade Center gekostet hat.

Hach, diese Kosten immer. Auch an Menschenleben. Passivraucher. Terroropfer. Hauptsache, die Zahl stimmt. Irgendwie. Nächstes Mal könnte Grözinger dann vielleicht die Zahl der Holocaust-Opfer (pro Tag, sonst klappt das nicht), der verhungernden Kinder (pro Stunde, sonst klappt das nicht), seiner absterbenden Hirnzellen (pro Minute, sonst klappt das nicht) ins Spiel bringen.
Herr Liebermann, den Eimer. Bitte.

Und wech

Urlaub 2006 - endlich
3 Wochen weg. Yippieh!
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Ja. Schreibt man anders.

So ein Scheiß

Also, daß da irgendwelche Heinis gerade mächtig Wind machen wegen 100 Fragen, die mein Leben retten werden – schön, schön.

On September 9, 2006, 112 of the world’s most compelling thinkers, artists, writers, scientists, social entrepreneurs, philosophers and humanitarians from around the world will come together in Berlin, Germany, as guests of dropping knowledge.
Seated around the worlds largest table in historic Bebelplatz square, these inspiring individuals, renowned for their lasting creative or social contribution, will engage with 100 questions out of the thousands donated to dropping knowledge by the international public.
Using dropping knowledge’s question-rating system, the public identified 500 questions as those most likely to initate open dialog on a social topic of most relevance to them. This group of questions will yield the final 100 Questions — representing a truly global sampling of cultures, themes and ideas — to be asked at the Table of Free Voices and beyond.

112 most compelling! Ja, dann! Muß das ja was sein.
Und nachdem ich mir gerade mal einige der top rated questions, die u.a. nach so wichtigen Sachen wie

How can we share a world that is completely peaceful and realize that we are all one?
Warum ist es legal,dass Vorstände bei Versagen Abfindungen in Millionenhöhe kassieren,gleichzeitig Mitarbeitern betriebsbedingt gekündigt wird,obwohl sie keine Schuld an der Krise haben?Die Abfindung sollte auf die scheidenden Mitarbeiter umgelegt ..
What can we do against poverty in third world countries?
Darf es sein das eine Firma wie die Allianz, mehrere tausend Mitarbeiter entlässt. Und diese zum grossen Teil demnächst der Allgemeinheit zur Last fallen? Gibt es nicht so etwas wie eine gesellschaftliche oder auch moralische Verantwortung?
What will be in 20 years in the German politics?
Why are some countries still so poor?

ist selbst mir der Sarkasmus vergangen. Allerdings finde ich es lustig, daß Leute nach der moralischen Antwort der Allianz fragen. Denn die sind Founding Partner von dk…
Aber jetzt gehe ich erst mal eine Runde kotzen über den Schwachsinn dieser Welt.

Deutsche Beamte – allzeit bereit!

Sowohl in der taz als auch auf den WDR-Seiten ist zu lesen, was Arno Schmidt schon schrieb:

Es ist nichts so absurd, daß Gläubige es nicht glaubten.
Oder Beamte täten.

Ein Jogger mit Bwin-T-Shirt wurde von einem Polizisten gestoppt und sollte sofort sein T-Shirt ausziehen, da Werbung für Bwin verboten sei.
Nee, is klaa, jungs.

Ikea – demnächst in Weimar / Ettersberg?

Während die Diskussionen über die Fehlleistungen des stellvertretenden Kulturbeauftragten Hermann Schäfer bei der Eröffnung des Weimarer Kunstfestes erfreulicherweise noch nicht beendet sind, scheint IKEA – wenn ich dem frisch erschienenen Katalog (S. 239) Glauben schenken darf – eine neue Filiale in Weimar / Ettersberg zu planen:
IKEA demnaechst in Weimar?
Natürlich: Ein Slogan ist ein Slogan ist ein Slogan. Bedenkenswertes dazu hat aber Hermann Klenner in seinem Aufsatz „Jedem das Seine! Geschichte eines Schlagworts“ geschrieben.