Schattenspiel (Zimmerreisen Tag 1)

Auf einem Vorhang sind die Schatten von Sukkulenten zu sehen

Heute vormittag gab es auch noch mal richtig knallige Sonne, die dann auf dem Küchenvorhang wieder ein kleines Schattenspiel inszenierte. Was zu Zimmerreisen auch ganz schön paßt, weil es an Platons Höhlengleichnis erinnert, und damit auch ein bißchen die Reisen im Kopf, was Zimmerreisen ja oft sind, aufgreift.

Ich habe dann auch noch ein sw-Foto probiert. Gefällt mir auch ganz gut, wenn da auch etwas die zarten Töne des Farbfotos (auf das ich keinen Filter gezogen habe) fehlen.

sw-Foto Auf einem Vorhang sind die Schatten von Sukkulenten zu sehen

42 Zimmerreisen

Ein antiker Zirkel liegt auf einer Seekarte

Ich bin ja ein Freund der Zimmerreisen. Nicht nur als literarische Gattung, die Xavier de Maistre 1790 schuf (ich berichtete) und die bis in unsere Gegenwart lebendig geblieben ist. Auch ganz real freue ich mich immer wieder, wenn ich mal zuhause etwas „entdecke“.

Und in diesen Zeiten, in denen das Zuhausebleiben empfohlen, in manchen Länder sogar vorgeschrieben wird, ist eine Zimmerreise doch genau das richtige. Also werde ich jetzt, wie de Maistre, 42 Tage lang auf Entdeckungstour gehen. Und zur Dokumentation gibt es jeden Tag mindestens ein Foto, und vielleicht etwas Text dazu.

George Steiner (1929 – 2020)

George Steiner ist mit 90 Jahren gestorben. Seine Bücher habe ich mit Gewinn gelesen. Und ihm immer gern zugehört und zugesehen.

Vielleicht ein Anlaß, noch mal etwas nachzulesen.

In der NZZ gibt es ein Gespräch aus dem Jahr 2009 nachzulesen, zu dem man sich mit Briefen verabredete: „Eine gute Lektüre ist ein Dank an den Text“.

Die ZEIT hat 2004 ein Gespräch mit ihm geführt:
„Pessimisten sind lächerlich“.

Und in der interessanten „Sternstunde Philosophie“Reihe des Schweizer Fernsehens hat George Steiner fast eine Stunde lang auch über das Lesen gesprochen:
„Die Schule des Lesens“.

Lesen nach dem Tod: Heino Jaeger

Teil des Buchcovers Heino Jaeger - Man glaubt es nicht - Leben und Werk, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Gestaltung any.way, Hamburg

„Man glaubt es nicht“, daß das Buch bei den Verlagen nicht mehr greifbar ist
(Cover-Gestaltung any.way, Hamburg)

Am 7. Juli 1997 starb der deutsche Maler, Graphiker und Satiriker Heino Jaeger. Daher die heutige Lektüre, “Man glaubt es nicht” von Hans-Joska Pintschovius.*

In meiner Jugend habe ich ihn oft mit seinem Radioratgeber „Fragen Sie Doktor Jaeger“ im NDR gehört – was durchaus ein prägendes Erlebnis war.

Sein Leben war, um es mal euphemistisch auszudrücken, “interessant”. Für mich bedenkenswert ist seine Haltung zur Nachkriegs-Moderne. Nicht einfach – aber genau das macht Heino Jaeger ja zu einem “Zeitgenossen”. Davon zeugt auch Gerd Kroskes Film “Look before you guck” (Besprechung in der FAZ). Den Film gibt es auch auf DVD, mehr Information dazu bei der Harburger Kultur.

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* Das Taschenbuch ist 2007 bei Rowohlt erschienen, das Original 2005 bei kein&aber – und bei den Verlagen nicht mehr erhältlich. O tempora, o mores.

Kleine Welt

Ein gefaltetes Blatt Papier, aus dem in der Mitte ein Quadrat ausgeschnitten wurde, liegt auf eine rot-orange gemusterten Tischdecke

Ein selbstgemachter Finder à la Sister Corita Kent

Im Moment lese ich Austin Kleons neues Buch „Keep Going: 10 Ways to Stay Creative in Good Times and Bad“.

In einem Kapitel erwähnt er Sister Corita Kent, mit der ich mich vor einer Weile schon mal etwas beschäftigt hatte. Also schnell mal bei Youtube gesucht, und dort ein schönes Video von Joe Van Cleave über Sister Corita’s Finder entdeckt. Joe erwähnt darin Austin Kleons Blog, in dem er 2018 über Sister Corita gelesen hat (und ich vermutlich auch).

Ein kurzes Video zur Ausstellung Sister Corita: Let The Sun Shine In in der Berliner Circle Culture Gallery brachte mich dann zu dem interessanten Film von Aaron Rose: Directors’ Cuts: “Become Microscope”, in dem er anläßlich des 90. Geburtstags von Sister Corita Kent 90 Aussagen über sie gesammelt hat. Was mich auch begeistert: Die Foto-Farben aus den 60ern (im Moment beschäftige ich mich wieder etwas mit Fotografie).

Einmal im Kreis gegangen, wieder was gelernt.