ich bin mein salon

readme.cc, ein kräftig gefördertes Buch- und Leseprojekt, dessen Konzept sich mir noch nicht ganz erschlossen hat, bietet auch die Möglichkeit, Salons einzurichten. Selbst kein Freund von Vereinen & Geselligkeiten, fand ich dann doch überraschendes:

Kaffeehausgespräche in Hamburg – Kaffeehausgespräche
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Ich bin mein eigener Salon – die sind mir die liebsten.

Fritz Lichtenhahn

Fritz Lichtenhahn c werner bethsold
Der Schauspieler Fritz Lichtenhahn im Hörspielstudio in einer Aufnahme des Berliner Fotografen Werner Bethsold; © Werner Bethsold – CC-BY-SA-4.0

Schon als Schauspieler bei den „Semmelings“ gefiel mir Fritz Lichtenhahn wunderbar. Als Sprecher ist er für mich einer der ganz großen. Heute Abend auf WDR5 (oder auf CD) zu hören mit dem „Spaziergang“ von Robert Walser (der auch ein Großer der leisen Töne ist).

Was passiert in einem Raum?

19.10h

Vor Zischlers Vortrag Nach Zischlers Vortrag

Z
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19.55h

Zur aktuellen [url=http://www.museenkoeln.de/ausstellungen/mlu_0310_roth/default.asp  ]Dieter Roth-Ausstellung[/url] im [url=http://www.museenkoeln.de/museum-ludwig/]Museum Ludwig[/url] hielt [b]Hanns Zischler (*)[/b] einen Vortrag zu Dieter Roths [b](**)[/b] [b]“Islandlandschaft“[/b]. Ziemlich dicht, aber eben auch mit einem [b]sudden death[/b]. Hat wohl auch die Veranstalterin überrascht :-)

Das interessante an Zischlers Vortrag war seine [b]These[/b], daß Roth, als er 1957 nach Island ging, auch in seinen Übermalungen die Tradition der [url=http://wikipedia.t-st.de/data/Skalde][b]Kenningar[/b][/url] übernahm. Und [b]auch im Schreiben[/b], das Zischler als bis dahin in der deutschen Literatur [i]ungehört / unerhört[/i] nannte [b](***)[/b], greife er dies auf. Und ich habe mal wieder Lust, die Grundzüge des Isländischen kennenzulernen.

Die andere Idee in Zischlers „wortgestütztem“ Vortrag (darauf, daß er keine Bilder zeige, weil er nur aus den Worten heraus erklären wolle, wies er gleich eingangs hin) war, daß man aus Roths Beschreibung seiner ersten Eindrücke Islands bereits seine Kunst ablesen können: [i][b]“Schlamm, Schnee, Matsch, Isoliermaterialien“.[/b][/i] Das werde ich dann also demnächst beim Ausstellungsbesuch überprüfen :-)

Bis dahin schüttele ich noch den Kopf über den Preis dieser [url=http://www.fab-berlin.de/Verlage/FanneiWalz/vhs.html][b]VHS[/b][/ url] (mit Zischler) – dabei ist [url=http://www.carleinstein.uni-muenchen.de/Index2.htm]Carl Einstein[/url] einfach ein hochinteressanter Mensch/Autor und „Bebuquin“[b](*****)[/b] ein wirklich ziemlich abgefahrenes Stück Literatur. Ach, schreibe ich dazu doch auch noch einen eigenen Eintrag…

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[b](*)[/b] Aus der [url=http://www.museenkoeln.de/ausstellungen/mlu_0310_roth/07.asp]Ankü ndigung:[/url] [i]Vortrag – Hanns Zischler: „Islandschaft“ – eine Wortschöpfung von Dieter Roth erkundet das geographische und ästhetische ‚Exil‘ Island, in das der junge Künstler Dieter Roth sich begeben hat, einerseits, um aus der größtmöglichen Exzentrizität (und Exzentrik) wie ein großer Hyperboreer und angereichert durch die isländischen Grundelemente Eis, Schlamm, aufwallende Hitze und Asche über den Kontinent herzufallen, andererseits, um den Sprung in die Neue Welt zu erproben. Die ungewöhnlich bewegliche, heiße, kalte, vielfarbige Geologie des Landes bildet das Reservoir für Roths peristaltische Künste.
Hanns Zischler, geb. 1947, lebt und arbeitet seit 1968 in Berlin. Er übt verschiedene Tätigkeiten aus: Zischler ist Darsteller (für den Film), Publizist, Photograph und Filmemacher, der eigenen Recherchen nachgeht. Zu seinen Buchveröffentlichungen zählen: „Tagesreisen“ (Berlin, 1994), „Kafka geht ins Kino“ (Reinbek, 1995 [b](****)[/b])(, „Im Wortlaut“ (Berlin, 1997), „Borges im Kino“ (Reinbek, 1999), „Berlin est trop grand pour Berlin“ (Paris, 2000).[/i]

[b](**)[/b] Mehr zu Dieter Roth in eigenem Beitrag in diesem Blog.

[b](***)[/b] Bei [url=http://www.buchhandlung-walther-koenig.de/cgibin/such.cgi?such=Di eter+Roth]Walther König[/url] gibt es einiges von / zu Dieter Roth.

[b](****)[/b] Einen Auszug in Engl. gibt es [url=http://www.press.uchicago.edu/Misc/Chicago/986713.html]hier[/url] .

[b](*****)[/b] Den [b]kubistischen Roman[/b] gibt es bei Reclam für schlappe 2,60€ – Auszug gefällig? [i]»Die Scherben eines gläsernen, gelben Lampions klirrten auf die Stimme eines Frauenzimmers: Wollen Sie den Geist Ihrer Mutter sehen? Das haltlose Licht tropfte auf die zartmarkierte Glatze eines jungen Mannes, der ängstlich abbog, um allen Überlegungen über die Zusammensetzung seiner Person vorzubeugen. Er wandte sich ab von der Bude der verzerrenden Spiegel, die mehr zu Betrachtungen anregen als die Worte von fünfzehn Professoren. Er wandte sich ab vom Cirkus zur aufgehobenen Schwerkraft, wiewohl er lächelnd einsah, daß er damit die Lösung seines Lebens versäumte.«[/i]

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Rosenlöcher im MDR

22.00 Diskurs 800 Jahre Dresden: Sandsteindresden Thomas Rosenlöcher liest seine Erzählung „Kurzum, auch in Dresden hängen geblieben. Das aber ist der Preis dafür, in Dresden hängen geblieben zu sein, dass ich nun andauernd über Dresden reden muss …“ – so der Dresdner Dichter Thomas Rosenlöcher in seinem Text „Sandsteindresden“, einer Liebeserklärung an seine Heimatstadt, voller Liebenswürdigkeit und Ironie. Immer mit einem zwinkernden Auge nimmt er die Stärken und Schwächen der Elbmetropole unter die Lupe, um zu überraschenden Ein- und Aussichten zu gelangen.

Thomas Rosenlöcher, wurde 1947 in Dresden geboren. Nach einer Ausbildung zum Handelskaufmann und Armeedienst, absolvierte er das Abitur und begann 1970 ein Studium der Betriebswirtschaft in Dresden. Ab 1976 widmete er sich der Literatur und studierte am Johannes-R.-Becher-Institut in Leipzig bis 1979. Danach war er Assistent am Kinder- und Jugendtheater Dresden. Seit 1983 mit dem Erscheinen seines Gedichtbandes „Ich lag im Garten bei Kleinzschachwitz“ ist Rosenlöcher freischaffender Autor. Heute lebt er in Dresden und im Erzgebirge, ist seit 1968 verheiratet und hat drei Kinder. Rosenlöcher ist Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste. Produktion: MDR 2006