Gelaber bei Paprotta.
Nach Lichtenberg: „Wenn ein Buch und ein Blogger zusammenstoßen, und es klingt hohl, ist das allemal im Buch?“
R.I.P. Inge Meysel

(1910-2004)
Tour de Dreh

Ab Mittwoch bis zum Wochenende on the road auf Dreh …
ja, die taz
Die taz kriegt hier ja auch immer mal wieder eins auf die Mütze. Ist wahrscheinlich, weil ich sie eigentlich gern lese. Und wenn dann so ein Schrott wie der von Onkel Jan kommt, bin ich halt ein bißchen traurig, du.
Aber bevor der Artikel von Gaby Weber über die Nachkriegs-Nazigeldwäsche bei Daimler vesrchwindet, sei er hier gelinkt und dringend empfohlen, wenn man mal wieder ne Runde Industriehaß braucht.
Wirtschaftwunder? Ha! Das ich nicht lache!
No time for losers

Kaum verloren, schon im Billigladen.
(gesehen am 25.6.04)
Jahaaa, wenn Onkel Jan so erzählt
Kann ja sein, daß viele Wähler der Grünen nicht ökologischer leben als andere Menschen. Oder gar schlimmer. Kann ja sein. Glaube ich sogar, wenn ich mir meinen Bekanntenkreis mit den sich zu den Grünen „bekennenden“ Ökosäuen und -schweinen ansehe. Immer große Klappe, wenn es abstrakt um Umwelt und Wahl geht. Aber schön durch die Gegend lügen, wenn Urlaub und Bequemlichkeit anstehen. So weit. So richtig.
Was Onkel Jan heute in der taz erzählt, wird deswegen aber nicht schlauer oder gar richtiger. Sätze wie:
Die Welt braucht nicht weniger Autos, sondern viel mehr. Die meisten, die keines haben, träumen ohnehin von einem. Also braucht man bessere Autos. Solche, na klar, mit geringem Schadstoffausstoß und zugleich gutem Komfort. Auf dass noch mehr gereist wird, auch weiter. Wer die Welt besser kennt, nimmt die Heimat als schrecklich oder kostbarer wahr – relativer zum Rest der Welt dann ohnehin. Das Auto hat bei diesem neuen deutschen Lebensgefühl geholfen: Fahr weg und guck dir das Andere wenigstens mal probeweise an. Wann es losgeht, per Zündschlüssel, hängt nur von einem selbst ab.
sind für mich einfach nur dämlich. Denn neben dem Schadstoffausstoß, Lärm und Ressourcenverbrauch (und der durchschnittliche Benzinverbrauch steigt weiterhin) haben wir z.B. das klitzekleine Problem der Landschaftsversiegelung. Und das ist nicht so edel wie es klingt. Aber die taz fällt eh in letzter Zeit mit lustig-hirnrissigen Artikeln auf, wenn es um Umwelt & Verkehr geht. Wahrscheinlich soll neben dem Fernreiseanzeigenmarkt (mir völlig unverständlich, was der in der taz sucht, aber Ayurveda-Tussis und Trecking-Heinis müssen sich wohl unbedingt jwd verwirklichen…) auch die Golddukaten der Autoindustrie an Land gezogen werden. Mal sehen, wann die erste 9er-Limou bei denen in 4Farb ganzseitig auftaucht. Und wenn Redakteure beim Wegfahren derart verblöden, daß sie glauben, Reisen bilde den Menschen, dann bleibe ich noch lieber den Gegenden fern, in denen diese Guten Menschen doch nur sich selber finden, ne.
The Return of the Red Baron

Und wo ist Snoopy?
Schlamm schlachten
Als ich damals den Bericht von Andrea zu Andreas Veranstaltung „Thor Kunkel liest an Führers Geburtstag im I.G. Farben-Haus“ (Titel von mir!) las, wurde mir mal wieder klar, daß die Generationen nach uns nicht das lernen, was wir gelernt haben. Und daß Menschen, die sich um das kulturelle Leben an einer Uni kümmern wollen, dieses Datum aber nicht präsent haben, läßt mich regelmäßig zu einer Flasche „Lethe Spätlese“ und Brecht greifen.
Andererseits hat ihr Bericht meinen TV-Macher-Ekel mal wieder gesteigert – daß sich die Leute von der „3sat-Kulturzeit“ so benommen haben (sollen), war doch erschütternd.
Gut. Aber was jetzt in Frankfurt abgeht, ist dann doch grauenhaft. Nachzulesen bei Andrea selbst, bei chuzpe, beim rebellmarkt und in der FR.
Nebenschauplatz
Während die Griechen es aber mal so richtig spannend machten (gäääääääähn), habe ich nebenan was zur medialen Präsenz des Mopses zusammengesucht. Mit „Möpse“ wäre ich wahrscheinlich fündiger geworden (5 Euro für diesen Kalauer gehen in die Napf-Kasse).
Und noch mal Radio
In WDR 3 open: WortLaut heute von 23.05-24.00h eine Sendung über den israelischen Schriftsteller Etgar Keret „zwischen Selbstmördern und Liebenden“. Der uns interessiert, seit wir etwas bei random items gelesen haben. Daß WDR3 nicht gestreamt wird, ist natürlich ein Versäumnis!
Und ewig lockt der Titel
So, wie ich früher leidenschaftlich gern die Verlagskataloge las – versprachen doch schon die Titel Leseabenteuer -, so sind auch Programmankündigungen von Radiosendungen manchmal große Vorfreudeproduzenten.
Heute abend auf WDR 5 von 20.05-21.00h eine Sendung mit fast barockem Titel:
Mehr Informationen zur Diskussion mit Kathrin Röggla, Dirk Kurbjuweit, Thilo Bode und Martin Hecht hier. Und online hören geht auch.
Gelungene Mehr-Informations-Präsentation (MIP)
Auf den Publikationsseiten des Gottlieb Duttweiler Institut überzeugen die Seiten, die mehr Informationen zu den Büchern versprechen. Das klickbare Bild ist genauso groß wie das dann erscheinende, es steht keine einzige zusätliche Information bei „mehr dazu“ (nicht mal der Preis!) – also rundum gelungen!
Das GDI ist laut Selbstauskunft übrigens der älteste und unabhängigste Think Tank der Schweiz…
