Abtauchen zum Lesen

Cover von Unendlicher Spass Seit heute lese ich, die letzten Tage des Urlaubs nutzend, „Unendlicher Spaß“ von David Foster Wallace.
Das Einles/lass-Problem, das von manchen in dem sehr interessanten Blog-zum-Buch-Projekt geschildert wurde, hatte ich erfreulicherweise nicht. Vielleicht, weil ich lieber sozialautistisch als partylabernd bin, hat mich bereits der Wahnsinn der ersten “Szene” fasziniert. Wie Hal da sitzt und die Situation für sich sehr genau erfaßt; wie über ihn und mit ihm geredet wird und sich in ihm immer stärker das Wissen um das Scheitern mit einer ausbreitenden Panik verbindet. Für mich großartig geschildert.

Armer Dath

Während ich gerade mit großem Vergnügen Dietmar DathsFür immer in Honig“ lese ((wozu ich dann heute Abend meinen ersten richtigen Zombie-Film sehen werde grusel )), schlage ich dazu immer mal wieder etwas im WWW nach. Und finde gerade dieses Moderatoren-Gestammel bei der ARD. Wie hält Dath so einen Typen aus? Der in jedem dritten Satz betont, daß alles sehr sehr kompliziert sei – einfach nur peinlich…
Und kann es sein, daß Dath keine eigene Homepage hat? dietmar(-)dath.de meldet lediglich „403“.

Sehr schoene Analyse zu Heinz Czechowski

Gisela Trahmsam hat im „Titel“ einen sehr klugen Text zu einem meiner Lieblingslyriker, nämlich Heinz Czechowski, und sein Gedicht „Zu Mickel“ geschrieben.
Czechowski macht es nicht leicht, er ist mit den Jahren immer kantiger, abweisender geworden, verschont niemand, der es es nicht verdient hat. Unklug, könnte man im blitzenden Bussi-Literaturclub sagen. Aber auf die Mitgliedschaft dort hat Czechowski wohl noch nie Wert gelegt.

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Großartige Blog-Nutzung

Die Grenzen der Zeitung sind nicht die Grenzen ihrer Artikel. Dies beweist für die taz „der Aushilfshausmeister“ Helmut Höge in seinem sehr langen Blog-Beitrag zum bedeutenden Soziologen Alfred Sohn-Rethel.

Geld und Geist/Licht (35) von Helmut Höge
Der praktische Solipsismus im Rausch der Geschwindigkeit und im Licht der Erkenntnis – Alfred Sohn-Rethels

Der mich an die liegengebliebene Beschäftigung eben mit Sohn-Rethel erinnert…

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Ein neuer Max Goldt!

Vorweg eine kleiner Ausruf:
Atlas

Hammer!

Ich suche noch nach den treffenden Worten, um meiner Freude über die eben eingetroffene Nr. 000010 des neuen Max-Goldt-Buches „Atlas van de nieuwe Nederlandse vleermuizen“ angemessen Ausdruck zu verleihen.
Der changierende Umschlag mit der großartigen Titelgestaltung. Dann ein Blättern wie in einem Bildband, nur kurz mal Zeilen anlesen, aber die Satzbilder sind erst einmal viel zu aufregend, um die Texte lesen. Das kommt schon noch. Und auch wenn ich schon einige Seiten hier im Blog gesehen habe, sind sie in Buchform und auf Papier doch ganz was anderes.
Das schöne an diesem Projekt war und ist, daß Martin Z. Schröder ((seines Zeichens ein Schweizerdegen! )) die Entstehung des Buches in seinem Druckerey-Blog dokumentierte und sehr umfassend kommentierte – hier gesammelt nachzulesen. Überhaupt ist der Blog eine Lese- und Wissens-Oase, die Trost im Wegwerf-Alltag spendet. ((nee, wenn das jetzt konservativ klingt, dann war ich das wohl schon immer))
Und wenn jemand mal wirklich schöne Visitenkarten oder andere benötigt…

Danke, Daniela Strigl!

Nachdem ich mich doch zu Bachmann’s Kleiner Leserunde bemüht hatte und ein unsäglich dünner Text als erstes von D.S. mit „Das war ein erfrischender Text“ kommentiert wurde, habe ich jetzt wieder viel Tagesfreizeit. Und lese also lieber Weizenbaums „Inseln der Vernunft“ ((„Was sehen wir täglich im Fernsehen, nicht nur in Amerika? Wir sehen Gewalt, wir sehen Mord, wir sehen Blödisnn, wir sehen Wahnsinn und wir sehen Unsinn – den am allermeisten.“, S. 21/22))

Ehret Jean Paul – indem ihr ihn lest.

Vorwort zum Vorwort

Es mag merkwürdig anmuten, daß der Schreiber dieses Beitrags zugleich Gründer und erster Vorsitzender des „G.w.s.d.“ ((siehe dazu die Erläuterung)) ist.

Erstes Vorwort ((Ein zweites Vorwort ist dann leider doch nicht zustande gekommen))

Hinweise auf Geburtstage in diesem Blog sind immer nur willkommene Anlässe, auf Menschen – und meist mehr noch auf ihr Werk – hinzuweisen.

Glückwunsch

Ich wüßte nicht zu sagen, wem mehr zu gratulieren wäre: Jean Paul ((getauft auf den Namen „Johann Paul Friedrich Richter“, aus Bewunderung für Jean-Jacques Rousseau aber nannte er sich eben Jean Paul)), dessen 243. Geburtstag man heute feiern könnte. Oder doch den Lesern und Leserinnen, die seine Bücher heute noch lesen können. Und sollten.

Abschweifung

Wer nicht gleich ein Buch nehmen möchte und sich dem Lesen ergeben, der sei auf diese Links verwiesen:

  • wikipedia – wie so oft ein guter Ausgangspunkt.
  • Die Seiten der Jean-Paul-Gesellschaft werden seit kurzem vom Germanistischen Institut der Ruhr-Universität Bochum betreut und haben nicht nur ein neues Layout, sondern bieten auch viele Informationen und – besonders löblich – einer Bibliographie ausgestattet.
  • Das Jean-Paul-Portal (JPP) an der Universität Würzburg bietet u.a. eine Online-Ausgabe der Exzerpthefte.
  • Die Staatsbibliothek zu Berlin bietet ebenfalls gute Informationen und Links zu Jean Paul.
  • Ebenfalls zahlreiche Links bietet die Seite der Universitätsbibliothek der FU Berlin.
  • Um sich auf die Spuren Jean Pauls zu heften, böte sich der Jean-Paul-Rundweg in Schwarzenbach an.
  • Auch Hof bietet einen solchen Wanderweg.
  • Und natürlich gibt es auch viele Texte von Jean Paul online beim Projekt Gutenberg.
Nachwort

Titelblatt Giannozzo - Hamburger LesehefteDas mehr als umfangreiche Werk könnte einschüchtern und Menschen vom Lesen abhalten. „Womit beginnen?“ würde ich aber mit einem meiner Lieblingstexte beantworten: Des Luftschiffers Giannozzo Seebuch. Ein überschaubarer Text. Den es online, aber auch in einer sehr einfachen Ausgabe der Hamburger Lesehefte gibt. ((ISBN 3872911406, EUR 1,60 !)) Und „Leben des vergnügten Schulmeisterlein Maria Wutz in Auenthal“, ebenfalls ein guter Einstiegstext.

Worte des Autors

Erste Vorlesung
Wonsiedel – Geburt – Großvater
Geneigteste Freunde und Freundinnen!
Es war im Jahr 1763, wo der Hubertsburger Friede zur Welt kam und gegenwärtiger Professor der Geschichte von sich; – und zwar in dem Monate, wo mit ihm noch die gelbe und graue Bachstelze, das Rotkehlchen, der Kranich, der Rohrammer und mehre Schnepfen und Sumpfvögel anlangten, nämlich im März; – und zwar an dem Monattage, wo, falls Blüten auf seine Wiege zu streuen waren, gerade dazu das Scharbock- oder Löffelkraut und die Zitterpappel in Blüte traten, desgleichen der Ackerehrenpreis oder Hühnerbißdarm, nämlich am 21ten März; – und zwar in der frühesten frischesten Tagzeit, nämlich am Morgen um 1½ Uhr; was aber alles krönt, war, daß der Anfang seines Lebens zugleich der des damaligen Lenzes war.
((Jean Paul: Selberlebensbeschreibung. Fragment, 1818/19 geschrieben, 1826 von Jean Pauls Freund Christian Otto herausgegeben.))

Welttag der Poesie

200803211017
Heute ist mal wieder „Welttag der Poesie„. Wer gerade kein Lyrikbuch zur Hand hat, kann bei der lyrikline viele Gedichte finden, lesen und hören. Oder bei Grupello einiges von Heinz Czechowski lesen (z.B. aus „Seumes Brille„), einem meiner Lieblingslyriker (dessen Essayband „Einmischungen“ auch von Czechowskis großem Wissen zeugen; und wer Reiseberichte mag, möge sich an sein wunderbares Buch „Herr Neithardt geht durch die Stadt“ mit großartigen Reisefeuilletons halten, das noch antiquarisch erhältlich ist).
Gerade erschienen ist das „Jahrbuch der Lyrik„. Ob es nur Zufall war, daß der Kunde nach mir in meiner Lieblingsbuchhandlung Bittner auch diesen Band kaufte? (Ja, aber es spricht für die gute Kundschaft 🙂 )