Danke, SWR2!

Mikrofon vor unscharfem Hintergrund

Eine der großartigsten „Talk“-Sendungen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk ist für mich das SWR2 Forum. Mit einer enormen Bandbreite geht es da um das Thema, nicht um Glamour und Prestige. Oder wie es in der Selbstbeschreibung heißt:

Wir diskutieren: über Gott & die Welt, über Fußball & Erdball, werktags 5 nach 5.* Gäste im SWR2 Forum: Wissenschaftler, Publizisten, Schriftsteller, Künstler – und manchmal auch Politiker.

Und so höre ich auch gern 45 Minuten einem Gespräch über Teilchenphysik und Forschungswege zu.

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* erfreulicherweise auch als Podcast

Sucker – äh: Soccer

Zwei Männer in verschiedenfarbigen Trikots spielen Fußball

Da sich jetzt ganz Deutschland an freuen über die EM 2024 is (vergessen der Ärger über diese FIFA), frage ich mich gerade: Bei Olympischen Spielen gibt es ja inzwischen im Vorfeld immer mal wieder Befragungen der Bürger*innen. Füre EM nich? Die bestimmt ein extrem günstiges Sport(!)Ereignis! wird, so mit Überstunden für die Polizei, z.B. Aber wenn woanders die Kassen klingeln … Und was war eigentlich mit den 2006 klingenden Kassen?

Medien-Macht

sw-Foto von geschminkten Menschen, die eine Polonaise tanzen

Seit langem habe ich mal wieder die GoogleNews-App geöffnet. Die zeigte mir, wie wichtig eine eigene Filterblase ist, um geistig-seelisch gesund zu bleiben. In der für mich kuratierten (?) Zeitleiste fanden sich fast nur Quellen, die ich nicht mal mit der Kneifzange anfassen würde. Beim Durchwaten des sich daraus ergebenden Nachrichtenstroms voller hysterisch-negativer Meldungen merkte ich, wie mein Hirn mit dunklem Sirup förmlich verklebt wurde. Wie ich es zuletzt erlebt hatte, als ich ein „Boulevard“-Drecksblatt jahrgangsweise durchblättern mußte.

Götz Fritsch (1943-2018)

sw-Foto, ein MP3-Player mit Kopfhörern liegt auf einem Holztisch

Der, wie er beim ORF ganz zurecht genannt wird: „Regie-Altmeister“ Götz Fritsch ist jetzt mit 75 Jahren verstorben.

Als Hörspiel-Freund kenne ich viele seiner Arbeiten, die eine – seine ganz eigene Handschrift trugen. Mit über 300 Hörstücken gehörte er zu den wichtigsten und produktivsten Hörspielregisseuren im deutschsprachigen Raum.

Einen Nachruf gibt es bei Ö1, am Sonnabend (18.8.18, 14:00 Uhr) wird dort sein letztes ORF-Hörspiel, „Für den Herrscher aus Übersee“, von Teresa Präauer gesendet.

R.I.P.

Non vitae sed scholae discimus – oder: Ist Sport Krieg?

Screenshot von ARD-Übertragung der Tour de France, ein Moderator im Bild

Historischer Moderationsmoment bei der ARD: „Blut, Schweiß und Tränen“
Wenn ein ARD-Sportmoderator*, der alt genug ist, um in seiner Zeit am Gymnasium etwas über den II. Weltkrieg gelernt zu haben, ein Gespräch über eine Touretappe anmoderiert mit

„Das war für die Fahrer nicht ohne. Wenn man so will: Blut, Schweiß und Tränen“**

dann ist das entweder unwissend, dreist oder wurschtig. Ich weiß nicht, was schlimmer ist.
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* so Michael Antwerpes (der immerhin Publizistik, Anglistik und Politikwissenschaft studiert hat) am 26.07.2018 im Gespräch mit dem ARD-Doping-Experten Hajo Seppelt über die 18. Etappe (Video ab 0:06, verfügbar bis 28.06.2019)
** Winston Churchill hat diese Worte in einer seiner berühmtesten Reden am 13. Mai 1940 vor dem britischen Unterhaus verwendet und (für meine Generation) geprägt

Ambiguitätstoleranzübungen

zwei Werbeteaser nebeneinander, der linke weist auf die emanzipierte Franziska von Reventlow hin, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts gelebt hatte, der rechte ist eine Werbung für Beautyprodukte

Respekt vor den Contentmanager*innen beim Tagespiegel
Warum habe ich eigentlich in diesem Blog noch nicht über die guten Bücher „Das Pragmatismus-Prinzip“ von Dirk von Gehlen und „Die Vereindeutigung der Welt. Über den Verlust an Mehrdeutigkeit und Vielfalt“ von Thomas Bauer geschrieben? Für mich wird dort auch sehr schön analysiert, warum in unserer Gesellschaft zunehmend aggressiver, unterkomplex und rückwärtsgewand ‚argumentiert‘ wird.
Beide Autoren kommen auch zu dem Schluß, daß wir mehr Ambiguitätstoleranz brauchen. Also damit umgehen lernen, daß nicht alles unterkomplex lösbar ist; oder daß Widersprüche normal sind.
Daher habe ich mir die oben nebeneinander montierten, auf der Webseite des Tagesspiegels in zwei Reihen untereinander stehenden Teaser als Übungscollage gebastelt.
Aber Teaserbalken (nicht nur beim Tagesspiegel) können auch zur Erheiterung beitragen:
<Zwei Werbeanzeigen, links über die dunklen Geheimnisse der britischen Royals, rechts über Liebe, die kein Alter kennt.

Gnadenlos witzisch – Online-Teaser

Das K-Wort

Blick aus einem Flugzeig auf eine Wolkendecke

„Also, ich seh hier kein‘ Klimadings“

So lange ich noch solche oder solche Beiträge (das Foto haben die beim SPIEGEL bestimmt mit Bedacht gewählt) lesen kann, nehme ich das Wort, das mit „K“ anfängt und mit „limawandel“ aufhört, weder ernst noch in den Mund.

Brutalstmögliche Kulturaufklärung

Drei Katzen liegen auf einer Stufe vor einer verschlossenen Tür

Auch für diese Kulturinteressierten ist Oper manchmal eine Tür mit drei Schlössern!

Reinhard J. Brembeck stellt in der SZ eine knallharte Frage:

„Aber sollte Oper nicht eigentlich mehr sein als ein Luxusprodukt?“.

Wer die Antwort wissen möchte (ich komm‘ nicht drauf, ich komm‘ nicht drauf), darf seinen oder ihren Wissendurst nach Überwindung der Bezahl-Mauer stillen.