Liebe BMG – Guten Tag & Auf Wiedersehen

Leider wird „Keimzeit – Das Beste bis jetzt“ die letzte BMG-CD sein, die ich mir gekauft haben werde. Da ich kaum CD-Spieler (was war das noch mal???), sondern mein Notebook nutze, habe ich erst nach dem Einlegen und Nichtabspielen der CD den „riesengroßen“ Hinweis auf der CD-Rückseite entdeckt. Das war meine erste Begegnung mit so einem Abspielschutz.
Ab jetzt schaue ich einfach nur noch nach BMG – und lasse die liegen.
Schönes Leben noch, wünscht Ihnen
Ihre kulturnation.de

Buchpreisbindung ist logisch

Es ist ja nichts vor den NeoKons sicher, und so steht auch die Buchpreisbindung unter Beschuß (bzw. wurde in der Schweiz gerade abgeschossen). Weil die ja den tollen Markt behindert. Und wer einen unreguliertem Wettbewerb nicht überlebt, hat es auch nicht anders verdient. Schließlich ist das alles zum Wohle des mündigen Konsumenten!
Einen sehr interessanten Artikel für die BPB konnte man heute von Ilija Trojanow: „Bücher, gut und billig“. Neben der Angabe, daß Bücher in den USA „etwa innerhalb von nur fünf Jahren um 62 Prozent“ teurer wurden und der Tatsache, daß selbst berühmte unabhängige Buchläden wie Gotham Books geschlossen haben, zeigt er den Schwachsinn der billigeren Bestseller auf:

Die Bestseller, die populären und oft nachgefragten Titel werden tatsächlich billiger, teilweise um bis zu einem Drittel. Doch ist das wirklich positiv? Wo gibt es das sonst in unserer Wirtschaft, dass man gerade die erfolgreichsten Produkte verramscht? Wie würde ein Autohändler auf den Vorschlag reagieren, er solle den neuen Audi Quattro um 15.000 Euro heruntersetzen, weil der sich gerade so gut verkauft. Und wie wäre der Douglas-Kette begreiflich zu machen, dass sie die zehn beliebtesten Parfüms (ermittelt von der Vogue) stets mit einem Rabatt von dreißig Prozent verkaufen sollte?
Nein, in der besten aller Welten sollte genau das Gegenteil geschehen.

Lesen!

Zauber der Oper

Regine Mueller bezaubert heute in der taz-nrw mit einer Doppelrezension der neuen Inszenierungen von Verdis Otello in Bonn und Wuppertal. Besonders zu Herzen geht der Satz

Kor Jan Dusseljees Otello hat kraftvolle Attacke bei steifen Hoehen

Dass da, wie der Artikel ueberschrieben ist, in Bonn niemand lacht, erstaunt aber doch etwas.

Heute: Bölling

Nicht Klaus, sondern Karl-Heinz. Als Mitglied des Karl-Heinz-Bölling-Fanclubs weise ich gern auf sein heutiges Hörspiel „Der Sitzplatz“ (21.33h, dRadio) hin.
Mehr Informationen dazu, zu anderen Terminen und dem Fanclub gibt es hier.

Rotiert Büchner?

Daß die PreisträgerInnen des Büchner-Preises mir manchmal etwas unpassend erschienen – wen kratzt es. Wenn aber in diesem Jahr der verquast-langweilende Martin Mosebach als Schlafmittel par excellence den Preis bekommt, scheint mir der endgültige Darm(stadt)-Durchbruch des Literaturverständnisses gehobener Stände erreicht zu sein. Treffend, wenn auch positiv gestimmt, schreibt Hubert Spiegel in der heutigen F.A.Z.:

Martin Mosebach, der Erzähler, Romancier und Essayist, der Grandseigneur in der Apfelweinkneipe, der orthodoxe Katholik und unorthodoxe Kenner der Künste, der konservative Anarch und hemmungslose Bewahrer von Stil und Form […]

und reiht sich damit in den Chor der Preiser eines Bürgerlichen Literaturverständnisses ein. Mosebach zum BP zu verhelfen, das verlangt eigentlich auch eine Neuschreibung des Büchnerschen Landboten:

Krieg den Hütten – Friede den Palästen!

Wolfgang Hilbig ist tot

Wolfgang Hilbig - Fotograf Juergen Bauer
R.I.P.
(1941 – 2007)

„Ich glaube nicht an die Wahrheit, ich glaube an Wahrnehmungen.“

Sehr beeindruckt haben mich seine Gedichte, von ihm gelesen. ((DAV bietet eine schöne CD, und bei der lyrikline kann man auch einige Gedichte hören.))

Die Freiheit nehm' ich mir

Ist den TexterInnen des stumpfen Produkt-Slogans eigentlich jemals ins Bewußtsein gerückt, daß dieser eben auch den Freiheitszug beinhaltet?