Geschichtliche Unschärferelation

Die folgende Formulierung, die mich doch sehr glücklich machte, fand ich heute in einem Blog. Ob ihrer historisch ungemein exakten Beschreibung sei sie hier mit Dank zitiert:

(…) eine Stimmung verbreitet wie nach Versaille vor dem zweiten Weltkrieg (…)

Eine Stimmung, die zwanzig Jahre lang verbreitet wurde? Da sind die paar Jahre miesepetriger Reformstaustimmung ja nüscht dagegen…

Anti-Anti-Anti-Anti- äh DEUTSCH[b]®[/b]!

Ein ziemlich guter Cartoon von Andreas Michalke in der aktuellen Ausgabe der anti-deutschen® Wochenzeitung jungle world (*). Weiah, wenn ich mit meinen Abos nicht aufpasse, werde ich auch noch als Anti-Deutscher® und jede Schei*e geoutet. Puh, gut, daß ich nicht bei blogger.de bin…
Anonyme Anti-Deutsche - Cartoon von Andreas Michalke
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(*) jedenfalls lt. VS-NRW-Bericht
P.S. in der aktuellen und frisch erschienen jungle w. ist die Fortsetzung zu begucken!

Schöner Titel! – Schöne Sendung?

Spitzwegs Bibliothekar
Im Wortspiel beim Deutschlandradio Berlin gibt es am Dienstag, den 13.7.04 von 19.05-20.00h die Sendung
„Edelwürmer und ihre Zaubergärten“ – Antiquare, Sammler und andere Büchermenschen
von Holmar Attila Mück. Klingt doch schön.

Hallo???

Ich habe Herrn Kantel schon vor einiger Zeit aus meiner Blogrolle genommen. Nachdem ich via Volker Radke las, was Herr Kantel so ausse lamäng fodert, frage ich mich, ob ich mich jetzt einfach mal dazu beglückwünschen soll?
Ja. Mach ich dann mal.
Aber unter welche Rubrik packe ich diesen Eintrag?

Der tägliche Glückwunsch
schön krank
systemimmanente Deutungshoheit

oder mach ich ne neue auf: würghhhh

Fraglich, ob Herr Kantel außer seiner Google-Anfrage auch den von ihm als „Scheiß“ bezeichneten Blog gelesen hat. Oder ob er einfach nach Gutsherren-Art (um es mal höflich auszudrücken) den Daumen senkt. Ich lese jedenfalls Radkes Blog mit Interesse. Und kann mit den sog. Anti-Deutschen nix anfangen. Ja, die Welt ist kompliziert geworden.

ja, die taz

Die taz kriegt hier ja auch immer mal wieder eins auf die Mütze. Ist wahrscheinlich, weil ich sie eigentlich gern lese. Und wenn dann so ein Schrott wie der von Onkel Jan kommt, bin ich halt ein bißchen traurig, du.
Aber bevor der Artikel von Gaby Weber über die Nachkriegs-Nazigeldwäsche bei Daimler vesrchwindet, sei er hier gelinkt und dringend empfohlen, wenn man mal wieder ne Runde Industriehaß braucht.
Wirtschaftwunder? Ha! Das ich nicht lache!

Jahaaa, wenn Onkel Jan so erzählt

Foto eines Autobahnstaus, GreenpeaceKann ja sein, daß viele Wähler der Grünen nicht ökologischer leben als andere Menschen. Oder gar schlimmer. Kann ja sein. Glaube ich sogar, wenn ich mir meinen Bekanntenkreis mit den sich zu den Grünen „bekennenden“ Ökosäuen und -schweinen ansehe. Immer große Klappe, wenn es abstrakt um Umwelt und Wahl geht. Aber schön durch die Gegend lügen, wenn Urlaub und Bequemlichkeit anstehen. So weit. So richtig.
Was Onkel Jan heute in der taz erzählt, wird deswegen aber nicht schlauer oder gar richtiger. Sätze wie:
Die Welt braucht nicht weniger Autos, sondern viel mehr. Die meisten, die keines haben, träumen ohnehin von einem. Also braucht man bessere Autos. Solche, na klar, mit geringem Schadstoffausstoß und zugleich gutem Komfort. Auf dass noch mehr gereist wird, auch weiter. Wer die Welt besser kennt, nimmt die Heimat als schrecklich oder kostbarer wahr – relativer zum Rest der Welt dann ohnehin. Das Auto hat bei diesem neuen deutschen Lebensgefühl geholfen: Fahr weg und guck dir das Andere wenigstens mal probeweise an. Wann es losgeht, per Zündschlüssel, hängt nur von einem selbst ab.
sind für mich einfach nur dämlich. Denn neben dem Schadstoffausstoß, Lärm und Ressourcenverbrauch (und der durchschnittliche Benzinverbrauch steigt weiterhin) haben wir z.B. das klitzekleine Problem der Landschaftsversiegelung. Und das ist nicht so edel wie es klingt. Aber die taz fällt eh in letzter Zeit mit lustig-hirnrissigen Artikeln auf, wenn es um Umwelt & Verkehr geht. Wahrscheinlich soll neben dem Fernreiseanzeigenmarkt (mir völlig unverständlich, was der in der taz sucht, aber Ayurveda-Tussis und Trecking-Heinis müssen sich wohl unbedingt jwd verwirklichen…) auch die Golddukaten der Autoindustrie an Land gezogen werden. Mal sehen, wann die erste 9er-Limou bei denen in 4Farb ganzseitig auftaucht. Und wenn Redakteure beim Wegfahren derart verblöden, daß sie glauben, Reisen bilde den Menschen, dann bleibe ich noch lieber den Gegenden fern, in denen diese Guten Menschen doch nur sich selber finden, ne.